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Limmattaler Tagblatt, 19.9.2005 - Montag, 19. September 2005 10:36

- Kategorie: 72Stunden

Ein Einsatz mit Hand und Fuss
72-Stunden-Aktion
Jugendliche in Dietikon und Urdorf erfolgreich

Christian Murer

Freitagmorgen, 10 Uhr, am Rande des Werkhofs Tyslimatt in Urdorf: Nach einer locker durchwachten Nacht in der ZentrumsZivilschutzanlage sind die rund 35 Urdorfer Cevianer bereits wieder am Graben, Schaufeln, Bag-gern, Sägen und Malen. Denn bis am Sonntagabend entsteht hier eine lauschige Erholungszone mit einer Schaukel, einem Sinnespfad, einer Feuerstelle, einer Holzhütte, einer Naturhecke sowie mehreren Sitzgelegenheiten.



Initiant und Cevi-Leiter Tobias «Funke» Bruderer hat das Unter-nehmen «72 Stunden» für Urdorf mit Martina und Daniela Wirz sowie Oli Amrein geplant. Nun hockt Oli im roten Bagger. Er hebt Erdreich aus, verschiebt es. Gregor und Thomas schaufeln derweil tüchtig am Sinnespfad. Und das Bett für die Schaukel ist bald zum Einbetonieren der Steine bereit. Susanne und Selina arbeiten derweil an der Feuerstelle, während Dominik und Michael die Balken für den Holzunterstand auf die richtige Länge sägen. An allen Orten wird eifrig gewerkt, gebuddelt und geschaufelt. Hier lautet die Devise: Wo Hände vonnöten sind, schafft man wenig mit der Zunge. Gefragt sind fortan anpackende Hände und kluge Köpfe. Die Umrisse des künftigen Spiel- und Erholungsplatzes sind schon gut erkennbar.



Freitagmorgen, 10 Uhr, auf dem Kirchplatz in Dietikon: Am Rande der Grossbaustelle haben die Dietiker Cevianer einen Infostand aufgestellt. Hier ist die Leitstelle für die Dietiker Aktion «72 Stunden». Die 25 Jugendlichen wollen bis am Sonntagabend mindestens 1000 Franken ans Sozialwerk von Pfarrer Ernst Sieber übergeben können. Hier also laufen die Handys von Sarah Illi und Roman Bonetti heiss. Soeben ist ein frischer Anruf hereingekommen. An der Narzissenstrasse soll ein Parkplatz gejätet und zudem eine Böschung vom üppigen Pflanzenwuchs gerodet werden. Da sind Robi, Beat und Tobias wacker am Gärtnern. Sabrina und Ramona erledigen für eine ältere Frau die Einkäufe. In einer Waschanlage bringen Tanja und Claudia Autos auf Hochglanz. Auch saubere Fensterscheiben und Holzläden sind gefragt. Ein Taxi-Shuttle holt in der Nacht auf Sonntag zudem Leute von einer Party ab.



Freitagnachmittag, 14 Uhr, im Tyslimatt: Soeben ist ein Klein-Lastwagen mit einer Ladung Holzschnitzel für den Schaukelplatz angefahren. Tobias Bruderer hat buchstäblich alle Hände voll zu tun. Sofort packen engagierte Jugendliche die Schaufeln und verteilen das weiche Material auf die weite Fläche. Im nahen Unterstand malen ein paar Mädchen Teile der Schaukel orange an. «Hinkebein» Boris mit den Stöcken kümmert sich rührend um die Verpflegung und ums Trinken. Denn wo wackere Schaffer werkeln, gibt es allemal auch tüchtig Hunger und Durst.



Samstagmorgen, 10 Uhr, auf dem Dietiker Kirchplatz: Nick Hartmann von Radio DRS 3 ist am Infostand angerauscht. Sarah Illi wird flugs zur Moderatorin erkoren, denn Nick hat ihr spasseshalber 2000 Franken übergeben und überlässt der Dietiker Cevi-Leiterin grosszügig das Mikrofon. Das Interview geht dann um Viertel vor elf über den Äther. DRS 3 berichtet während den drei Tagen grossflächig über die Aktion «72 Stunden». Der Cevi Dietikon hat Glück gehabt: Von den 700 Projekten ist dasjenige der Dietiker Jugendlichen vom Radiosender ausgelost worden.



Samstagnachmittag, 15 Uhr, zukünftiger Erholungsraum im Tyslimatt: Über Nacht ist es recht kalt und unangenehm nass geworden. Nach der aufwändigen Zeitungssammlerei trudeln die Jugendlichen augenfällig ermattet auf dem Gelände ein. Noch wartet bis am Sonntagabend eine Riesenmenge «Büez». Hier schweissen Patrick, Oli und Dominik die Stangen für den Grillrost. Da wird die Schaukel zusammengesetzt und die Feuerstelle fertig betoniert. Im Weiteren nimmt die Naturhecke am Zaun langsam Gestalt an. Noch müssen fleissige Hände und helle Köpfe Vollgas geben, wenn am Sonntagabend der Erholungsraum mit Projektgötti Walter Trottmann eingeweiht werden soll.